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Risikobranchen Kfz Handel

In diesem Infobrief wollen wir die besonderen Risiken und Probleme im Kfz-Handel vorstellen. Jede Branche hat ihre Besonderheiten und Abhängigkeiten und ist damit unterschiedlich anfällig für Krisen. Die Ursachen und Auswirkungen wollen wir hier branchenbezogen vorstellen.

Der Kfz-Handel in Deutschland ist geprägt von Kleinstunternehmen, die 88 % der Branche umfassen und 29 % des Gesamtumsatzes erwirtschaften. Neben den typischen Autohäusern hat in letzter Zeit der Internet-Handel an Bedeutung gewonnen. Dazu kommt der Direktvertrieb der Automobilhersteller an Großabnehmer. Die wichtigsten Einflussfaktoren auf die Umsatzentwicklung sind der Fahrzeugbestand, die konjunkturelle Entwicklung und die private Nachfrage. Der Fahrzeugbestand ist dabei weiter gealtert von 6,9 auf zzt. 8,0 Jahre. Die private Nachfrage wird beeinflusst von der Entwicklung der Nettolöhne, der Arbeitslosigkeit und dem Konsumklima. Während 2006 im Vorgriff auf die MwSt. Erhöhung noch gute Zahlen geschrieben wurden, kam es Anfang 2007 zu massiven Umsatzeinbrüchen. Grundsätzlich war zwar ein Umsatzrückgang im ersten Quartal erwartet worden, jedoch nicht in der Intensität. Außerdem blieb die erwartete Belebung des Marktes im 2. Halbjahr 2007 aus. Abhängig von der Marke ging die Anzahl der Zulassungen um bis zu 20% zurück. Besonders betroffen sind Opel (-14,7 %), Ford (-12,3 %), Peugeot (-16 %), Saab (-21 %) und Nissan (24,7 %). Etwas besser sieht die Situation bei BMW (-4,2 %) und Mercedes (-4,4 %) aus. Doch nicht nur die Marke trägt zum Erfolg oder Misserfolg bei, sondern auch die Typenpalette. Während sich Geländewagen (+5,2 %), Sportwagen (+10,8%), Minis (-1,0%) und die mittlere Oberklasse (-3,5 %) noch relativ gut verkaufen lassen, so sind die Umsatzrückgänge im Segment Kompaktklasse (-8,2 %), Mittelklasse (-9,9 %), Minivans (-14, 9%) und in der Oberklasse (-11,1 %) deutlich ausgeprägter.


Beim Gebrauchtwagenhandel wirkt sich die MwSt. Erhöhung nicht so deutlich aus, da in der Regel von Privat angekauft und wieder an Privat verkauft wird. Damit haben hier auch kleinste Unternehmen eine Chance, im Markt zu bestehen. Für den Erfolg maßgeblich ist der Standort, der Preis und der Service. Durch Internetportale wie Autoscout24.de, Mobile.de oder Gebrauchtwagen.de ist der Markt hinsichtlich Preis und Angebot deutlich transparenter geworden. Das richtige Gespür, welche Modelle zu welchen Preisen gehandelt werden können, ist entscheidend. Professionelle Händler nutzen das Internet neben der örtlichen Präsenz sowohl für den Einkauf als auch den Verkauf. Hier gibt es auch Nischenanbieter, die für Interessenten gezielt das Wunschfahrzeug suchen und beschaffen. Entgegengesetzt hat sich dagegen der Handel mit Nutzfahrzeugen positiv entwickelt. Autohäuser mit einem zweiten Standbein im Nutzfahrzeughandel haben in 2007 bessere Zahlen geschrieben als der Rest der Branche. Auch eine starke Gebrauchtwagensparte konnte Verluste aus dem Neuwagengeschäft teilweise ausgleichen. 

Ein weiteres Problem der Branche sind die teilweise ruinösen Rabattschlachten, teilweise initiiert von den Herstellern, zu den insbesondere bei Vertragshändlern eine massive Abhängigkeit besteht. Eine Vielfalt von Nachlässen z. B. bei der Rücknahme des Altfahrzeuges oder eine besonders günstige Finanzierung bzw. Leasing sollen den Verkauf wieder ankurbeln. Dabei werden jedoch die Margen für die Händler immer enger. Nur wer seine Kalkulation genau kennt und seine Kosten fest im Griff hat, kann auf Dauer bestehen. Managementfähigkeiten, die sich insbesondere im kaufmännischen Bereich und im Controlling zeigen, sind ein weiterer Erfolgsfaktor. Ein weiterer Faktor ist der Service. Dieser fängt bei einer kompetenten Beratung an und beinhaltet je nach Bedarf ein maßgeschneidertes Finanzierungsangebot, zügige Lieferzeiten und die Anmeldung einschließlich Wunschkennzeichen. Dazu kommen qualitativ gute Werkstattleistungen wie Wartung, kurze Wartezeiten, kulante Preise und ggf. auch ein Leihwagen. Der Autokäufer ist zunehmend kritischer geworden, wesentlich besser informiert und bei Weitem nicht mehr so markentreu wie zu früheren Jahren. Auch Händler und Werkstatt werden schnell gewechselt. Nicht ohne Grund kommt es immer wieder zu Beschwerden, dass der Verkäufer das Produkt schlechter kennt, als sein Kunde und das die Beratung abhängig vom äußerlichen Erscheinungsbild des Kunden (und die dahin vermutete Bonität) gemacht wird. Autohäuser haben zudem einen sehr hohen Kapitalbedarf, um den hohen Bestand an (Neu-)Fahrzeugen finanzieren zu können. Diese erfolgt in vielen Fällen über die Hausbanken der Automobilhersteller. Immobilien und oft auch die Gebrauchtwagenbestände werden hingegen häufig über die regionale Hausbank finanziert. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, offene Informationspolitik auch in der Vergangenheit und bei besserer Ertragslage stärken das Vertrauen, sodass auch in kritischen Zeiten die Finanzierung über die Banken gesichert werden kann. Ein weiterer Faktor für Erfolg oder Misserfolg ist der Standort. Eine gute Lage zum Beispiel an stark befahrenen Ausfallstraßen erweist sich als positiv. Auch die Art der Präsentation spielt eine Rolle. Hier haben insbesondere die Automobilhersteller in den letzten Jahren immer höhere Ansprüche an ihrer Vertragshändler hinsichtlich der Verkaufsräume und der Präsentation der Marke gestellt. Insgesamt gesehen war 2007 ein schweres Jahr für die Branche. Auch für 2008 ist weiterhin mit einem schwierigen Geschäftsklima zu rechnen. Weitere Rabattschlachten, geringere Margen, Kosten für Mitarbeiterschulungen, ein schwaches Konsumklima und ein enger werdender Käufermarkt zwingen zu mehr Effizienz und einem ausgeprägten Kostenbewusstsein. Notwendig sind innovative Strategien und hoch motivierte Mitarbeiter z. B. Über leistungsorientierte Bezahlung. Die Umweltdiskussionen und die hohen Benzinpreise nehmen Einfluss auf das Kaufverhalten. Die vielen Risikofaktoren bieten aber auch immer Chancen, sich vom Wettbewerb abzugrenzen. Nur wer die Risiken kennt, kann diesen erfolgreich begegnen. Dazu gehört neben dem richtigen Produkt, ein optimaler Vertriebsweg, ein sehr guter Service, ein leistungsfähiges Controlling einschließlich einer Liquiditäts- und Rentabilitätsplanung. Wenn die Leistung nicht im eigenen Unternehmen vorgehalten werden kann, sollte eine kompetente Unterstützung eingekauft werden.

Sprechen Sie uns an – wir unterstützen Sie gern.

Risikobranchen Gastronomie

In diesem Infobrief wollen wir die Besonderheiten und Risiken der Gastronomie vorstellen. Die Branche ist breit und vielfältig aufgestellt und bietet daher viele Chancen, aber auch sehr hohe Risiken. Einige davon wollen wir hier nennen.

Kaum eine Branche hat so wenige Nachwuchsprobleme wie die Gastronomie. Nicht die Anzahl der Existenzgründungen ist das Problem, sondern die Qualität. Etwa 2/3 der Existenzgründer gibt in den ersten 1 ½ Jahren auf. Bezogen auf die Gesamtbranche liegt die Fluktuation der Inhaber bei über 30 % im Jahr. Die Ursachen sind ein falsches, oft romantisch verklärtes Bild von der Branche, die mangelhafte fachliche und kaufmännische Qualifikation der Gründer, eine völlige Unterschätzung des Arbeitsaufwandes, des Aufgabenspektrums und der familiären Belastung durch die 7-Tage-Woche inkl. Wochenendarbeit sowie eine zu geringe Kapitalausstattung. Insbesondere die Steuerbelastungen führen immer wieder zu Insolvenzen, weil Gründer in ihren Liquiditätsplanungen die Zu- und Abgänge aus der Umsatzsteuer nur ungenügend berücksichtigen.

Allgemein hat die Branche erheblich unter der konjunkturellen Entwicklung zu leiden. Sinkende Nettoeinkommen sowie steigende Kosten für Energie und Lebensmittel beeinflussen das Konsumverhalten erheblich. Die Ausgaben für die Freizeit werden bei stagnierenden oder sinkenden Einkommen als erstes zurückgefahren. Besonders verheerend wirkt sich dies dann aus, wenn zwar die Anzahl der Gäste konstant bleibt, aber der Umsatz pro Gast zurück geht. Dann bleibt die Fixkostenbelastung trotz rückläufiger Umsätze hoch. Auch werden die Kunden zunehmend kritischer und kostenbewusster, was zu erhöhten Reklamationen führt. 

Der Kunde weiß oft um den hart umkämpften Markt Bescheid und reklamiert einwandfreie Leistungen übermäßig an, um einen Bonus, "einen auf´s Haus" zu erhalten. Ein weiterer Grund für den Umsatzrückgang ist die neu entdeckte Lust am Kochen mit Freunden, die durch zahlreiche TV-Formate wie "Das perfekte Dinner", "Die Kocharena" oder "Das Kochduell" unterstützt wird.

Verschärft wird das Problem durch deutliche Überkapazitäten am Markt. Um in diesem Wettbewerb bestehen zu können, ist eine eindeutige Abgrenzung in Angebot und Qualität von den Mitbewerbern notwendig. Hier zeigt sich, dass zum Beispiel Erlebnisgastronomie oder produktspezifische Restaurants (z. B. Kartoffelhäuser, Spezialitätenrestaurants) besser am Markt etabliert sind. Unabhängig vom Konzept ist jedoch der Ruf entscheidend, denn er sorgt für eine gute Grundauslastung. Ein guter Ruf bedarf erheblicher Anstrengungen, kann jedoch durch wenige Fehler wieder ruiniert werden. Neben dem Image ist auch die Lage des Unternehmens wichtig, um auch möglichst Laufkundschaft anzulocken.

Grundsätzlich ist die Branche sehr breit und vielfältig aufgestellt. So wird zwischen Gastronomie und Beherbergung unterschieden. Beim Beherbergungsgewerbe ist noch einmal zu trennen zwischen reiner Unterkunft (ggf. inkl. Frühstück) und Mischformen mit Gastronomie unterschieden. Auch im Bereich Gastronomie differenziert man zwischen der klassischen Gastronomie und modernen Betriebsformen. Hierzu gehören Brauhäuser, Weinstuben, Spezialitätenrestaurants, Fast Food u. a. m. Zudem gibt es eine kaum überschaubare Anzahl an Mischformen, wozu z. B. auch Diskotheken, Erlebnisgastronomie oder auch die Rotlicht-Szene gehören. Daneben erhalten die Betriebe Konkurrenz durch den "Außer-Haus-Verkauf" oder branchenfremde Unternehmen wie Bäcker, Metzger oder gar Tankstellen.

Aus der Vielzahl der Restaurants wird deutlich, dass es kein Patentrezept für die Krise des einzelnen Unternehmens geben kann. Zuerst ist daher die Kostenstruktur zu untersuchen. Eine grobe Richtlinie kann sein:

  • 1/3 Wareneinsatzkosten
  • 1/3 Personalkosten
  • 1/3 für den Rest inkl. der Gewinnmarge

Je nach Typ des Unternehmens verschieben sich jedoch die Quoten. Ein wichtiger Erfolgsmaßstab ist auch der Umsatz pro Mitarbeiter (hochgerechnet auf Vollzeitkräfte). Auch der Umsatz pro Sitzplatz oder Betten ist ein wichtiger Erfolgsindikator.

Für die Zukunft ist vorerst nicht mit einer Entspannung in dieser Branche zu rechnen, da der oft zitierte konjunkturelle Aufschwung nicht beim Endverbraucher ankommt. Dazu kommen steigende Energie- und Lebensmittelkosten, die den Spielraum weiter einengen. Die Auswirkungen des Rauchverbotes bleiben abzuwarten. Daher ist es wichtig, aktuelle Trends rechtzeitig zu erkennen, um sich so vom Wettbewerb abzuheben. Dies ist zzt. Wellness bzw. Konzentration auf Gesundheitsaspekte. Die asiatische Küche ist wieder im Kommen, insb. die indische Küche. Die Ausweitung des Angebotes ist ein weiteres Erfolgsrezept. Das können z. B. ein Außer-Haus-Angebot, Catering oder die Belieferung von Altenheimen, Schulen und Kantinen sein. Bei allen Konzepten ist jedoch ein striktes Kostenmanagement notwendig. Nur wenn diese Maßnahmen nachweislich einen positiven Deckungsbeitrag leisten, gehen die Strategien auf. Wenn im Unternehmen das notwendige Controlling nicht vorgehalten werden kann, sollte auf eine qualifizierte externe Unterstützung zurückgegriffen werden. Hier können wir als Unternehmensberatung Sie auf den schwierigen Weg durch diese angeschlagene Branche begleiten.

Sprechen Sie uns an.

Abhängigkeiten vermeiden

Nicht zuletzt die Pleite von Europas größtem Möbelhersteller Schieder hat vielen regionalen Unternehmen gezeigt, was es bedeutet, von einem oder nur wenigen Großkunden abhängig zu sein. Einige Zulieferer oder Dienstleister wie Speditionen machten einen Großteil ihrer Umsätze mit Unternehmen der Schieder-Gruppe. Durch den Wegfall dieser Umsatzanteile sahen sich viele in ihrer Existenz bedroht, da sie ihre Kosten nicht so schnell der aktuellen Situation anpassen konnten und damit in die Verlustzone rutschten. In manchen Fällen bleibt am Ende nur der Weg zum Insolvenzgericht.

Wie kommt es zu solchen Situationen und wie lassen sich Abhängigkeiten vermeiden bzw. minimieren?

 Gerade zu Beginn der Selbstständigkeiten sind viele Jungunternehmer abhängig von einem größeren Kunden, der den meisten Umsatz bringt. Hier werden oft Kontakte zu ehemaligen Arbeitgebern genutzt z. B. im Rahmen eines Outsourcings. Oder hinter diesen Geschäften steht ein freundschaftliches Verhältnis, das erst den Start in die Selbstständigkeit ermöglicht. Manchmal kommt der entscheidende Entwicklungs- und Wachstumssprung für ein Unternehmen erst durch einen Großauftrag zum Beispiel durch Discounter wie Aldi oder Lidl. Bei solchen Aufträgen sind die Margen zwar oft gering, aber über die Menge doch lukrativ.

Um den Anforderungen solcher Kunden gerecht zu werden, müssen oft zusätzliche Produktionskapazitäten geschaffen werden. Damit sind weitere Fixkosten verbunden. Bleiben nun die Großaufträge in Folge einer wirtschaftlichen Schieflage Ihres Kunden aus, kann der Fixkostenblock oft nur teilweise und mit Zeitverzögerung reduziert werden. Die verbleibenden Umsätze reichen nicht zur Kostendeckung aus und führen zu Verlusten. Nicht jedes Unternehmen verfügt über eine ausreichend starke Kapitaldecke, um die Verluste aufzufangen. Aber auch wenn die Verluste aufgefangen werden können, so sind die Einschnitte sehr schmerzhaft.

Aber nicht nur eine Krise Ihres Auftraggebers bzw. Kunden kann zu Problemen führen. Auch bei Qualitäts- oder Lieferproblemen Ihrerseits können solche Kunden schnell abspringen. Oder sie nutzen ihre Marktmacht, um die Preise zu drücken und Risiken auf Sie zu verlagern.

Versuchen Sie daher, möglichst frühzeitig neue Kunden und Aufträge zu gewinnen. Knüpfen Sie konsequent neue Kontakte und pflegen Sie sie. Solange wie die Großaufträge laufen, nutzen Sie Ihre komfortable Situation, entspannt neue Aufträge zu akquirieren. Wenn Sie einen breitaufgestellten Kundenstamm geschaffen haben, können Sie es sich ggf. auch leisten, Aufträge mit geringen Margen abzulehnen. Auch die Entwicklung neuer Produkte und die Erschließung neuer Märkte können eine Chance sein, Abhängigkeiten zu vermeiden.

Kennen Sie Ihre Position im Markt? Wissen Sie, welche Risiken Sie eingehen? Kennen Sie die Margen Ihrer Produkte und haben Sie stets den Überblick über Ihre Kalkulation und Ihre Kapazitäten? Wir helfen Ihnen, Ihr Controlling zu optimieren, Risiken zu analysieren und Lösungen zu entwickeln.

Sprechen Sie uns an.

Fremdwörter und "Wirtschaftsenglisch" (1)

Geht es Ihnen auch so? In der Wirtschaftspresse, im Gespräch mit Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern oder Bankern - überall findet man sie: die Fremdwörter und der englischen Sprache entnommene Fachbegriffe, die sich scheinbar wie selbstverständlich in unsere (Wirtschafts-)Sprache eingeschlichen haben. Bei vielen Begriffen kennt man zwar die ungefähre Bedeutung, aber eine genaue Definition ist nicht bekannt. Daher wollen wir diesmal die Gelegenheit nutzen, ein paar der gängigsten Begriffe zu erklären.

Cost-Income-Ratio

Cost-Income-Ratio (C/I ratio) steht für die Betriebsaufwendungen in Prozent der Betriebserträge. Das Cost-Income-Ratio" ist eine zentrale Kennzahl der Effizienz von Banken. Beispielsweise lag das Cost-Income-Ratio der Deutschen Bank Privat-und Geschäftskunden AG für das Geschäftsjahr 2005 bei 71 %, d. h. die Betriebsaufwendungen wie Personal- und Sachkosten) betrugen 71 % der Betriebserträge aus dem gleichen Geschäftsbereich. Neben den Banken gewinnt diese Kennzahl auch bei Dienstleistungsunternehmen zunehmend an Bedeutung.

EBIT und EBITDA

EBIT

= Earnings before Interest and Tax

= Ergebnis vor Zinsen und Steuern

EBITDA

= Earnings before Interest, Tax, Depreciation and Amortisation

= Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen

Die englischen Begriffe depreciation und amortization können im Deutschen beide mit "Abschreibung" übersetzt werden. Depreciation bezieht sich auf den Werteverzehr an materiellen Gütern (Sachanlagen), amortization wird hingegen bei immateriellen Gütern verwendet (z. B. Goodwill). Für das EBITDA sind die Abschreibungen entsprechend dem verwendeten Rechnungslegungssystem relevant, die sich von den steuer- und handelsrechtlichen Abschreibungen unterscheiden können.

Das EBITDA wird wie folgt berechnet:

Jahresüberschuss

+ Steueraufwand / - Steuererträge

+ außerordentlicher Aufwand / - außerordentliche Erträge

+ Finanzaufwand / - Finanzerträge

EBIT

+ Abschreibungen auf das Anlagevermögen

- Zuschreibungen zum Anlagevermögen

EBITDA

Anders als es die wörtliche Bedeutung des EBITDA-Begriffs nahe legt, werden also nicht nur die Zinsen, sondern das gesamte Finanzergebnis aus dem Gewinn herausgerechnet.

Die praktische Anwendbarkeit des EBITDA in der Finanzanalyse ist umstritten, da es im Vergleich mit dem Gewinn oder dem EBIT zahlreiche Aufwandspositionen ignoriert und im Vergleich mit dem freien Cashflow die Ersatzinvestitionen unberücksichtigt lässt. Ansonsten dient diese Kennzahl ebenfalls der Beurteilung der Innenfinanzierungskraft eines Unternehmens und wird auch im Controlling und bei der Unternehmensbewertung eingesetzt.

Zur Zeit des Neuen Marktes wurde das EBITDA von manchen unprofitablen Unternehmen zur Verschleierung einer Verlustsituation genutzt, da es durch das Ignorieren zahlreicher Aufwandspositionen unter Umständen trotzdem positive Werte liefert. Für erfahrene Finanzanalysten kann die übermäßige Betonung des EBITDA in der Finanzberichterstattung eines Unternehmens ein Warnsignal sein.

Cashflow

Der Cashflow bzw. die Ertragskraft oder das Innenfinanzierungspotenzial ist eine wirtschaftliche Messgröße, mit deren Hilfe man die Zahlungskraft eines Unternehmens beurteilen kann. Er stellt den reinen Einzahlungsüberschuss dar (ausschließlich auf eine Periode bezogene Differenz zwischen Einzahlungen und Auszahlungen).

Mit dem Cashflow wird nicht die Rendite eines Unternehmens gemessen, sondern vielmehr werden hier die Zahlungsströme betrachtet. In der Regel wird bei den Banken der Cashflow indirekt berechnet, indem das Betriebsergebnis (= Jahresergebnis berichtigt um neutrale und außerordentliche Aufwendungen und Erträge) vor Steuern um zahlungsunwirksame Aufwendungen wie beispielsweise Abschreibungen wieder erhöht wird. Mit der Kennzahl Cashflow versucht man deshalb, die wirklichen Zahlungsströme zu ermitteln. Der um bilanzielle, nicht zahlungswirksame Faktoren bereinigte bilanzielle Erfolg stellt somit den Cashflow als zahlungswirksamen, finanziellen Überschuss der Periode dar.

Der Cashflow wird insbesondere berechnet, um festzustellen,

  • ob ein Unternehmen aus eigener Kraft Investitionen tätigen kann,
  • wie viel Geld für Schuldentilgung, Zinszahlungen, Steuern und zur Ausschüttung an die Gesellschafter vorhanden ist,
  • inwieweit Insolvenzgefahr besteht (Ein über die Jahre hinweg bestehender negativer Cashflow führt in aller Regel zur Insolvenz).

Working Capital

Die Übersetzung für Working Capital heißt Betriebskapital. Hiermit wird in der Betriebswirtschaftslehre dasjenige Umlaufvermögen bezeichnet, das durch langfristiges Kapital (z. B. Eigenkapital, langfristiges Fremdkapital, Pensionsrückstellungen) gedeckt ist. Es wird berechnet aus den kurzfristigen Verbindlichkeiten abzüglich des Umlaufvermögens:

Working Capital = Umlaufvermögen – kurzfristiges Fremdkapital

Diese Kennzahlen können für die Bewertung einer Bilanz verwendet werden. Im Gegensatz zum Nettoumlaufvermögen steht das Betriebskapital insbesondere im Interesse von Fremdkapitalgebern, denn die Liquiditätslage ist umso sicherer, je höher das Betriebskapital ist, was auf finanzielle Stabilität schließen lässt. Das Working Capital ist eine Mischung aus einer Liquiditäts- und einer Vermögenskennziffer.

Break-Even-Point

Gewinnschwelle oder Break-Even-Point ist in der Wirtschaftswissenschaft der Punkt, an dem Erlös und Kosten einer Produktion (oder eines Produktes) gleich sind und damit weder Verlust noch Gewinn erwirtschaftet werden (Gewinnschwelle). Wird die Gewinnschwelle überschritten, erreicht man die Gewinnzone, entsprechend wird bei Unterschreitung ein Verlust realisiert, d. h. man kommt in die Verlustzone.

Die Gewinnschwellenanalyse (Break-Even-Analyse) ist ein wichtiges Instrument für die Unternehmensplanung. Sie hilft, den Einfluss von Änderungen der Kostenstruktur zu analysieren und die Anforderungen an die Absatzmenge festzustellen. Die dynamische Gewinnschwellenanalyse zeigt, ab welchem Zeitpunkt ein neues Produkt die Gewinnzone erreicht.

Umgangssprachlich bezeichnet die Gewinnschwelle auch

  • das zeitliche Erreichen der Gewinnschwelle eines Unternehmens (d. h. keine Stückzahl, sondern einen Zeitpunkt)
  • den Kurs, bei dem ein Wertpapierdepot unter Berücksichtigung der Fixkosten die Gewinnzone erreicht (Gewinnschwellenkurs bzw. Break-Even-Kurs)

Wir hoffen, wir haben Ihnen hiermit einige Begriffe aus unserer Wirtschaftssprache ausreichend erklärt. Es ist geplant, in unregelmäßigen Abständen immer wieder das Thema Fremdwörter und „Wirtschaftsenglisch“ aufzugreifen und Ihnen weitere Begriffe zu erklären. Sie dürfen uns aber auch gern ansprechen, wenn Sie zu einem bestimmten Thema eine Frage haben. 

Fremdwörter und "Wirtschaftsenglisch" (2)

Vor einiger Zeit haben wir schon die Gelegenheit genutzt, um Ihnen einige Fremdwörter und der englischen Sprache entnommene Fachbegriffe (so genannte Anglizismen) zu erklären. Oft werden diese Begriffe viel zu selbstverständlich in der Wirtschaftspresse, im Gespräch mit Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern oder Bankern genutzt, obwohl vielen die ungefähre Bedeutung, aber nicht eine eindeutige Definition dieser Worte bekannt ist. Daher wollen wir auch diesmal ein paar weitere gängige Begriffe erklären.

Liquidität und Rentabilität

In der Betriebswirtschaftslehre ist die Liquidität die Fähigkeit, seine fälligen Verbindlichkeiten jederzeit und uneingeschränkt begleichen zu können. Dies bedeutet, dass ein Unternehmen jederzeit alle offenen Rechnungen fristgerecht bezahlen kann. Unter Rentabilität oder Rendite versteht man eine Verzinsung bzw. das Verhältnis von Einzahlungen zu Auszahlungen. So wird zum Beispiel für die Eigenkapitalrentabilität das Jahresergebnis ins Verhältnis zum Eigenkapital gesetzt und so eine Art Verzinsung der eingesetzten Eigenmittel berechnet. Oder das Jahresergebnis wird zum Umsatz ins Verhältnis gesetzt, um so eine Ergebnisrendite zu erhalten. Eine gute Rendite bedeutet jedoch nicht, dass ein Unternehmen auch liquide ist, denn für die Berechnung von Renditen werden Erträge und Aufwendungen unabhängig davon berücksichtigt, ob die hierfür fälligen Beträge auch tatsächlich geflossen sind. So bedeutet ein gebuchter Umsatz noch nicht, dass der Betrag auch tatsächlich auf dem Konto eingegangen ist. Der Eingang von Zahlungen bzw. der Abgang von liquiden Mittel findet nur in der Liquiditätsberechnung Beachtung. Ein bisschen frei übersetzt bedeutet dies, dass ein rentables Unternehmen nur dann auch liquide ist, wenn fällige Forderungen durch ein funktionierendes Forderungsmanagement fristgerecht eingefordert werden und fällige Verbindlichkeiten so auch ebenso fristgerecht bezahlt werden.

Rating

Rating ist ein statistisch-mathematisches Verfahren zur Bonitätsbeurteilung von Kreditnehmern. Dabei wird die Bonität (Zahlungsfähigkeit) anhand von Ausfallwahrscheinlichkeiten gemessen. Auf der Grundlage von Erfahrungswerten einer Vielzahl von vergleichbaren Unternehmen, die statistisch-mathematisch aufbereitet wurden, wird ermittelt, mit welcher Wahrscheinlichkeit das untersuchte Unternehmen innerhalb der nächsten 12 Monate ausfällt. Hierbei werden nicht nur Bilanzzahlen zugrunde gelegt, sondern auch qualitative Faktoren wie Unternehmerpersönlichkeit und -qualifikation, Unternehmensstrategien, Markt- und Branchenstellung und anderes mehr. Für weitere Informationen zu diesem Thema verwiesen wir auf unseren Infobrief "Rating", den wir Ihnen ebenfalls auf unserer Internetseite zur Verfügung gestellt haben.

Mezzanine-Kapital

Mezzanine-Kapital ist ein Überbegriff für eigenkapitalähnliche oder eigenkapitalersetzende Mittel. Es handelt sich hier um Finanzierungsformen über Fremdkapitalgeber, die jedoch so gestaltet sind, dass sie dem wirtschaftlichen Eigenkapital hinzugerechnet werden können. Unter wirtschaftliches Eigenkapital versteht man alle Mittel, die dem Unternehmen langfristig zur Verfügung gestellt wurden und die spätestens im Fall einer Insolvenz am Verlust teilnehmen. Das heißt, dass hier nicht nur das Festkapital eines Unternehmens und die Bilanzergebnisse berücksichtigt werden, sondern auch z. B. variable Kapitalkonten der Gesellschafter, Gesellschafterdarlehen oder Darlehen von Familienangehörigen mit Rangrücktritt, Stille Beteiligungen und anderes mehr. Dieses wirtschaftliche Eigenkapital ist deshalb von großer Bedeutung, weil es eine der wesentliche Einflussgrößen auf das interne Rating der Banken ist. Weitere Informationen finden Sie in unseren Infobrief "Mezzanine-Kapital" auf unserer Internetseite.

Factoring

Factoring ist eine Möglichkeit der Unternehmensfinanzierung im kurzfristigen Bereich (Umlaufvermögen). Das Factoring in seiner heutigen Form hat seinen Ursprung in den Vereinigten Staaten, wobei sich Vorläufer dieses System bis ins alte Babylonien oder zu den Fuggern zurückverfolgen lassen.

Beim Factoring kauft der Factor - in Deutschland oft Tochtergesellschaften einer Bank - die offenen Forderungen seines Factoringkunden auf und zahlt den Rechnungsbetrag abzüglich eines Sicherheitseinbehaltes aus. Die Höhe des Sicherungseinbehaltes richtet sich nach der Bonität des Factoringkunden und seiner Debitoren und ist Teil der Vertragshandlungen. Oft werden nur Inlandsforderungen von Kunden mit einwandfreier Bonität angekauft. Den Einzug der Forderungen übernimmt entweder der Factor oder der Factoring-Kunde selbst. Bei Letzterem spricht man vom „stillen“ Factoring, weil so die Debitoren des Factoringkunden nichts von der Abtretung der Forderung erfahren. Weiter unterscheidet man "echtes" und "unechtes" Factoring. Beim "echten" Factoring geht das Risiko des Forderungsausfalls auf den Factor über, während beim "stillen" Factoring das Risiko beim Factoringkunden bleibt. 

Die Kosten des Factorings setzen sich aus einer Gebühr auf den Umsatz, Zinsen für die Bevorschussung und sonstigen Gebühren zusammen. Die Umsatzgebühr deckt die Übernahme des Delkredererisikos (Ausfallrisiko) und die Inkassokosten, die Zinsen werden für den Zeitraum der Bevorschussung (vom Ankauf der Rechnung bis zur Zahlung durch den Debitor) berechnet, die sonstigen Gebühren werden als Bankgebühren, Kauflimitprüfungsgebühren usw. bezeichnet. Als Faustregel gilt, dass die Factoringkosten unter den Kosten einer vergleichbaren Kontokorrentlinie und Warenkreditversicherung liegen, wenn das effektive Zahlungsziel mindestens 30 Tage beträgt und der Umsatz eine branchenübliche Größenordnung erreicht.

Ziel des Factoring-Kunden ist meist ein Liquiditätsgewinn (genauer: eine dem Umsatz entsprechende Finanzierung) sowie gegebenenfalls eine Versicherung gegen den Ausfall von Forderungen.

Return of Investment (ROI)

Return of Investment kann man etwas frei mit dem Rückfluss einer Investitionssumme aus den Erträgen der getätigten Investition (auch Amortisation genannt) übersetzen. Hierunter wird eine Kennzahl aus der Bilanzanalyse verstanden, die angibt, in welchem Zeitraum man das in das Unternehmen investierte Kapital über die erzielten Überschüsse wieder zurückerhält, also wann sich die Investitionen amortisiert haben. Diese Kennzahl kann in Jahren angegeben werden oder wie unten gezeigt in dem prozentualen Anteil pro Jahr. Letzteres gibt also an, zu wie viel Prozent man das eingesetzte Kapital in betrachteten Zeitraum (i. d. R. das abgelaufene Geschäftsjahr) zurück erhalten hat. Hierbei wird allerdings unterstellt, dass der Überschuss bzw. das Betriebsergebnis ausschließlich den Investoren – dies sind die Eigenkapital- und Fremdkapitalgeber – zur Verfügung steht, letzteren, also den Fremdkapitalgebern, zum Beispiel in Form von Tilgungen. Insofern handelt es sich also nur um eine rechnerische Größe, da das Betriebsergebnis in der Regel neben den Tilgungen auch für Investitionen sowie für die Entnahmen und die Gewinnausschüttungen an die Gesellschafter und Inhaber und ggf. auch für Steuern verwendet wird. Dennoch ist der ROI eine Messgröße für die Finanzkraft und damit auch für die Schuldentilgungskraft eines Unternehmens.

Die Kennzahl Return of Investment (ROI) gibt an, welchen (Betriebs-)Gewinn das investierte Kapital erbracht hat.

Sale & Lease Back 

Vorteil vonSale & Lease Back für das Unternehmen ist das Aufdecken von sogenannten stillen Reserven im Anlagevermögen. Außerdem werden so gebundene Mittel wieder freigesetzt und damit die Liquidität verbessert. Auch werden Sale & Lease Back Geschäfte  im Immobilienbereich häufig abgewickelt, um bei Vermögensübertragungen (z. B. auf nachfolgende Generationen) nicht die normalen Beträge der dann fälligen Erbschafts- oder Schenkungssteuer an das Finanzamt zahlen zu müssen.

Durch den Kaufpreis kann das Unternehmen Kapital freisetzen und erhöht kurzfristig seine Liquidität, kann das Objekt aber weiterhin nutzen. Nachteilig können sich die laufenden Zahlungen der Leasingraten in der Folge auswirken. Zudem ist das Unternehmen nicht mehr Eigentümer und nimmt damit an zukünftigen Wertsteigerungen nicht teil, es sei denn, das Unternehmen hat eine Kaufoption an der Immobilie zum steuerlichen Restbuchwert zum Laufzeitende verhandelt und nimmt diese wahr.

Wir hoffen, Ihnen einige der Begriffe ein wenig näher gebracht zu haben. Natürlich können Sie stets an uns wenden, wenn Sie noch Fragen haben. Gern nehmen wir auch Vorschläge und Anregungen für weitere Begriffe, Fremdwörter und Anglizismen entgegen, die Sie gern einmal etwas ausführlicher erklärt haben möchte an.

Mezzanine-Kapital

Mezzanine-Kapital ist ein Überbegriff für eigenkapitalähnliche oder eigenkapitalersetzende Mittel. Es handelt sich hier um Finanzierungsformen über Fremdkapitalgeber, die jedoch so gestaltet sind, dass sie dem wirtschaftlichen Eigenkapital hinzugerechnet werden können. Unter wirtschaftliches Eigenkapital versteht man alle Mittel, die dem Unternehmen langfristig zur Verfügung gestellt wurden und die spätestens im Fall einer Insolvenz am Verlust teilnehmen. Das heißt, dass hier nicht nur das Festkapital eines Unternehmens und die Bilanzergebnisse berücksichtigt werden, sondern auch z. B. variable Kapitalkonten der Gesellschafter, Gesellschafterdarlehen oder Darlehen von Familienangehörigen mit Rangrücktritt, Stille Beteiligungen und anderes mehr. Dieses wirtschaftliche Eigenkapital ist deshalb von großer Bedeutung, weil es eine der wesentlichen Einflussgröße auf das interne Rating der Banken ist. Weitere Informationen finden Sie in unseren Infobrief "Mezzanine-Kapital" auf unserer Internetseite.

Factoring

Factoring ist eine Möglichkeit der Unternehmensfinanzierung im kurzfristigen Bereich (Umlaufvermögen). Das Factoring in seiner heutigen Form hat seinen Ursprung in den Vereinigten Staaten, wobei sich Vorläufer dieses System bis ins alte Babylonien oder zu den Fuggern zurückverfolgen lassen.

Beim Factoring kauft der Factor - in Deutschland oft Tochtergesellschaften einer Bank - die offenen Forderungen seines Factoringkunden auf und zahlt den Rechnungsbetrag abzüglich eines Sicherheitseinbehaltes aus. Die Höhe des Sicherungseinbehaltes richtet sich nach der Bonität des Factoringkunden und seiner Debitoren und ist Teil der Vertragshandlungen. Oft werden nur Inlandsforderungen von Kunden mit einwandfreier Bonität angekauft. Den Einzug der Forderungen übernimmt entweder der Factor oder der Factoring-Kunde selbst. Bei Letzterem spricht man vom „stillen“ Factoring, weil so die Debitoren des Factoringkunden nichts von der Abtretung der Forderung erfahren. Weiter unterscheidet man "echtes" und "unechtes" Factoring. Beim "echten" Factoring geht das Risiko des Forderungsausfalls auf den Factor über, während beim "stillen" Factoring das Risiko beim Factoringkunden bleibt. 

Die Kosten des Factorings setzen sich aus einer Gebühr auf den Umsatz, Zinsen für die Bevorschussung und sonstigen Gebühren zusammen. Die Umsatzgebühr deckt die Übernahme des Delkredererisikos (Ausfallrisiko) und die Inkassokosten, die Zinsen werden für den Zeitraum der Bevorschussung (vom Ankauf der Rechnung bis zur Zahlung durch den Debitor) berechnet, die sonstigen Gebühren werden als Bankgebühren, Kauflimitprüfungsgebühren usw. bezeichnet. Als Faustregel gilt, dass die Factoringkosten unter den Kosten einer vergleichbaren Kontokorrentlinie und Warenkreditversicherung liegen, wenn das effektive Zahlungsziel mindestens 30 Tage beträgt und der Umsatz eine branchenübliche Größenordnung erreicht.

Ziel des Factoring-Kunden ist meist ein Liquiditätsgewinn (genauer: eine dem Umsatz entsprechende Finanzierung) sowie gegebenenfalls eine Versicherung gegen den Ausfall von Forderungen.

 

Der Businessplan (Geschäftsplan) – Sinn und Zweck

Nicht nur die Gründung eines Unternehmens, sondern auch die Realisierung einer neuen Geschäftsidee in einem bestehenden Unternehmen erfordert Kapital, welches in der Regel als Fremd- oder eigenkapitalähnliches Risikokapital von außen dem Unternehmen zugeführt werden muss. Damit Fremd- und Risikokapitalgeber oder Minderheitsgesellschafter die Chancen und Risiken einer Unternehmensgründung bzw. einer neuen Geschäftsidee beurteilen können, ist in aller Regel ein Businessplan erforderlich. In diesem wird detailliert das aktuelle und künftige unternehmerische Gesamtkonzept beschrieben. Analysiert werden u. a. die Geschäftsidee, der Unternehmenszweck, das wirtschaftliche Umfeld, Ziele und Strategien und die zur Realisierung benötigten Mittel. Zudem werden Alternativen ermittelt und bewertet sowie Risiken identifiziert und Lösungsvorschläge erarbeitet. Ein Businessplan trägt mit seiner klaren Struktur und umfassenden Darstellung auch zur Steigerung von Effizienz und Effektivität bei. War der Businessplan zunächst dazu gedacht, Unternehmensgründer dabei zu unterstützen, Investoren zu gewinnen, dient er heute gleichermaßen dazu, bereits bestehende Betriebe oder komplexe Projekte, z. B. eine Produktentwicklung, zu planen und umzusetzen. Der Zweck eines Businessplans ist es, die Geschäftsidee bzw. den laufenden Geschäftsbetrieb systematisch zu durchdenken und detailliert zu beschreiben. Darüber hinaus sollten Wissenslücken aufgedeckt und beseitigt werden. Nicht zuletzt ist er ein wichtiges Kommunikationsmittel für Unternehmer, Projektteams oder Gründer gegenüber allen Geschäftspartnern.

Es empfiehlt sich, einen Businessplan in einer Übersicht zu gliedern und in mehrere überschaubare und nicht zu lange Kapitel einzuteilen. Die Kapitel sollten enthalten und sich auf die wesentlichen Fakten konzentrieren. Der Businessplan ist in einer nicht zu viele Details und Informationen allgemein verständlichen Sprache zu verfassen, damit sich der Leser schnell einarbeiten kann. Auch Grafiken, Tabellen, Übersichten und Abbildungen können dazu beitragen, dass der Adressat schnell mit dem Thema vertraut ist. Ebenso wichtig ist ein einheitliches Layout für ein professionelles Erscheinungsbild.

Durch den Businessplan wird ein Unternehmen oder eine Geschäftsidee in seinen wichtigsten Bestandteilen und Funktionen beschrieben. Diese werden gesondert betrachtet, ohne die Zusammenhänge zwischen den Teilen zu vernachlässigen. Folgende Punkte sind Beispiele für den

Aufbau und Inhalt eines Businessplans:

  • Übersicht und Zusammenfassung der Unternehmensstruktur
  • Management und Mitarbeiter,
  • Organisation und Abläufe,
  • Markt und Wettbewerb,
  • Marketing und Vertrieb
  • Finanzkonzept und Drei-Jahresplanung
  • Umsetzung und Stufenplan
  • spezifische Risiken

Anhang z. B.:

  • mit Details zu Kosten und Investitionen, Produkterläuterungen, Lebensläufen, Ergänzungen zu Kooperationen und Partnerschaften, Glossar.

Zusammen mit dem Businessplan ist selbstverständlich auch die Vorlage der letzten Jahresabschlüsse erforderlich. Ebenso sollten die letzten betriebswirtschaftlichen Auswertungen nebst einer aktuellen Planung beigefügt werden. Oft reicht aber die Vorlage des Zahlenmaterials allein nicht aus, sondern diese sind zudem adressatengerecht zu analysieren und auszuwerten. Hierzu gehören Berechnungen zur Rentabilität und Liquidität sowie verschiedene Kennzahlen wie zum Beispiel Cashflow, Lagerdauer, Debitoren- und Kreditorenlaufzeiten oder der Break-Even-Point (Gewinnschwelle).

Der Businessplan enthält nicht nur Informationen aus dem Unternehmen selber, sondern auch externe Informationen. Dieses sind insbesondere Branchendaten und Informationen zu Markt und Wettbewerb. Nur so kann die Position des eigenen Unternehmens im Markt und die Chancen und Risiken des eigenen Produktes im Wettbewerb beurteilt. Hierfür ist eine sorgfältige Recherche und Aufbereitung erforderlich. Diese externen Informationen sollten die Aussagen des Businessplans sinnvoll ergänzen und deren Plausibilität unterlegen.

In einem Businessplan wird nicht nur das Unternehmen oder die Geschäftsidee präsentiert, sondern es müssen auch klare Angaben zum Investitionsvolumen und dessen Finanzierung gemacht werden. Dazu gehört ein Investitions- und Finanzierungsplan, der plausibel ist und verschiedene Finanzierungsalternativen enthält. Auch ist schlüssig dazulegen, welche Tilgungsleistungen zukünftig zu erbringen sind und wie diese Mittel erwirtschaftet werden sollen.

Für die Umsetzung der Geschäftsidee ist in einem Zeitraster festzulegen, was bis wann durchgeführt werden soll und wer hierfür verantwortlich ist. Natürlich muss der Zeitplan plausibel zu den wirtschaftlichen Planzahlen und zur Finanz- und Liquiditätsplanung sein.

Der Business- oder Geschäftsplan ist somit ein zentrales Instrument, um sowohl die Gründung als auch die Führung eines bestehenden Unternehmens strukturiert und planmäßig umsetzen zu können. Alle wichtigen Aufgaben, Tätigkeiten und Abläufe werden beschrieben und als Schlüsselelement für die Beurteilung des Betriebs dargestellt. Bei der Erstellung muss sich der Verfasser strukturiert mit dem eigenen Unternehmen oder Vorhaben auseinander setzen, alle Aspekte des Geschäftsbetriebs systematisch durchdenken und sich auf das Wesentliche konzentrieren. Der Businessplan sollte dabei regelmäßig aktualisiert und fortgeschrieben werden. Dabei genügt es i. d. R., die Anpassungen in jährlichen Intervallen vorzunehmen. Insofern ist der Geschäftsplan ein hervorragendes Instrument, mit dessen Hilfe die Planung eines Unternehmens ergänzt oder vervollständigt werden kann. Daher ist es sinnvoll, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, um diese komplexe und anspruchsvolle Aufgabe erfolgreich zu bewältigen und den größtmöglichen Nutzen daraus zu ziehen.

Wir bieten Ihnen hierfür unsere qualifizierte Unterstützung an – sprechen Sie mit uns!

Darlehen oder Leasing

Regelmäßig stehen Unternehmer vor der Entscheidung, betriebsnotwendiges Anlagevermögen entweder zu leasen oder durch ein (Bank-)Darlehen zu finanzieren. Welches die bessere und betriebswirtschaftlich sinnvollere Entscheidung ist, hängt vom Einzelfall ab.

Entscheidungskriterien sind:

  • Art und Nutzung des zu finanzierenden Gutes
  • Verwendungszweck
  • Steuerliche und betriebswirtschaftliche Nutzungsdauer
  • Kapitalstruktur des Unternehmens
  • Liquidität des Unternehmens

Als ein Vorteil des Leasings gilt dessen Bilanzneutralität, d. h. das geleaste Wirtschaftsgut ist in der Regel nicht zu aktivieren und die aus dem Leasingvertrag resultierenden Verpflichtungen nicht zu passivieren.

Damit ergeben sich im Gegensatz zum fremdkapitalfinanzierten Kauf keine Erhöhung der Bilanzsumme und keine Erhöhung der Verschuldung. Alle Kennzahlen, die im Verhältnis zur Bilanzsumme berechnet werden wie die Eigenkapitalquote oder die (kurzfristige) Verschuldung sind rechnerisch beim Leasing besser als beim Kauf mit Finanzierung. Dies kann unter Umständen zu einer Verbesserung des Ratings der Banken führen.

Anders sieht es hingegen bei den Kennzahlen der Erfolgsrechnung aus. Es wird hierbei unterstellt, dass beide Finanzierungsformen zu einer gleichen jährlichen Belastung führen. Ist dies der Fall, so bleibt das Betriebsergebnis (vor Steuern und vor außerordentlichen Erträgen und Aufwendungen) in beiden Fällen gleich. Jedoch werden viele Kennzahlen auf den Cashflow abgestellt, der bankenüblich wie folgt berechnet wird:

Betriebsergebnis vor Steuern auf Einkommen und Ertrag

+ planmäßige Abschreibungen

+ Erhöhung der langfristigen Rückstellungen (i. d. R. Pensionsrückstellungen)

= Cashflow

Hier belastet das Leasing den Cashflow in voller Höhe. Dagegen belasten beim fremdkapitalfinanzierten Kauf nur die Zinsen den Cashflow, da die Abschreibungen wieder hinzugerechnet werden. Folglich führt hier ein Kauf zu den besseren erfolgsbezogenen Kennzahlen und damit zu einem besseren Rating.

Bedenkt man nun, dass die Banken auch die Kapitalbindungskosten (Miet-/Leasingaufwand + Abschreibungen + Fremdkapital­zinsaufwand) berechnen und im Rating auch Kennzahlen wie der dynamische Verschuldungsgrad (Fremdkapital: Cashflow = dynamischer Verschuldungsgrad in Jahren) berechnet werden, bei denen sich die jeweiligen (bilanzpolitisch) positiven Effekte gegeneinander aufheben, wird schnell deutlich, dass die Wahl der Finanzierungsform nicht von den Auswirkungen auf das Rating abhängig gemacht werden sollte. Hier ist wieder auf die dynamische Betrachtung zu verweisen, wonach die liquiditätswirksamen Gesamtbelastungen beider Finanzierungsformen einander gegenüber gestellt werden sollten.

Neben den bilanziellen Auswirkungen gibt es aber noch andere Entscheidungsmerkmale. So kann bei regelmäßig zu ersetzenden Wirtschaftsgütern, die einem erheblichen technischen Wandel unterliegen wie zum Beispiel EDV-Hardware oder Kfz das Leasing die sinnvollere Alternative sein, da das Risiko der Verwertung bzw. der Realisierung des Restbuchwertes beim Leasinggeber liegt und nicht beim Leasingnehmer.

Bei anderen Wirtschaftsgütern, deren tatsächliche Nutzungsdauer deutlich länger ist als die maximale Laufzeit eines Leasingvertrages, ist der Kauf gegebenenfalls die bessere Entscheidung, da das Wirtschaftsgut über die maximal mögliche Abschreibungsdauer hinaus verwendet werden kann und so stille Reserven gelegt werden.

Auch steuerliche Aspekte spielen eine wichtige Rolle, sodass größere Investitionen immer mit dem Steuerberater vorab besprochen werden sollten. Vielleicht sind die steuerlichen Effekte aus einer zuvor gebildeten Ansparrücklage zum Beispiel nach § 7 g EStG mit einem anschließenden Kauf deutlich positiver als die steuerlichen Effekte aus dem Leasing.

Unabhängig davon welche Finanzierungsform gewählt wird, ist immer zu überlegen, ob sich das angeschaffte Wirtschaftsgut aus den zu erwartenden positiven Ergebnisbeiträgen, die hiermit erwirtschaftet werden können, amortisiert und ob die Belastung aus der Finanzierung auch langfristig vom Unternehmen getragen werden kann (Kapitaldienstfähigkeit).

Hier ist insbesondere bei größeren Investitionen zur Erweiterung des Geschäftsbetriebes ein langfristiger Investitionsplan in Verbindung mit einem Finanz- und Liquiditätsplan sinnvoll.

Da sich mit steigenden Umsatzzahlen oft die Umsatzrendite rückläufig entwickelt, kann nur durch eine gewissenhafte Planung das Risiko gemindert werden, dass die Belastungen aus einer Ausweitung des Geschäftsbetriebes sämtliche Renditen verzehren und zu massiven Liquiditätsengpässen führen.

Wir helfen Ihnen hierbei gern – sprechen Sie uns an!

Notfallplanung und Nachfolgeregelung

Für den Notfall zu planen gehört nicht nur zu den unangenehmsten Aufgaben eines Unternehmers, sondern betrifft oft auch den ganz persönlichen Lebensbereich.

Über eine private Vorsorge für die Familie und auch für sich selbst denken viele nach und sichern diese zum Beispiel über Lebens- und Erwerbsunfähigkeitsversicherungen ab. Aber was ist mit dem eigenen Unternehmen?

Insbesondere bei inhabergeführten Unternehmen kann der Ausfall des Unternehmers zu existenzbedrohenden Risiken führen.

  1. Wer führt die Geschäfte, wenn der Unternehmer aufgrund einer ernsthaften Erkrankung vorübergehend oder endgültig ausfällt oder gar verstirbt?
  2. Wer hat in Ihrem Unternehmen Prokura oder Kontovollmacht?
  3. Kennt außer Ihnen noch jemand alle betrieblichen Abläufe oder evtl. vertrauenswürdige Betriebsinterna wie Geheimrezepte oder Patente?
  4. Ist Personen Ihres Vertrauens bekannt, wo Sie alle wichtigen Verträge und Unterlagen aufbewahren?
  5. Je abhängiger ein Unternehmen von der Kompetenz und der Leistungsfähigkeit des Inhabers ist, desto größer ist bei Ausfall des Inhabers das Risiko einer existenzbedrohenden Unternehmenskrise.
  6. Daher muss im Rahmen einer Notfallplanung überlegt werden, welche Entscheidungsbefugnisse zwingend für eine Unternehmensfortführung notwendig sind und auf welche vertrauenswürdigen und kompetenten Personen diese für den Fall der Fälle übertragen werden können.
  7. Zudem sollte das Know-how eines Unternehmens im Fall der Fälle nicht nur für den Inhaber verfügbar sein. Schreiben Sie ggf. Ihre Geheimrezepte, Konstruktionspläne, Kalkulationsgrundlagen, Preislisten oder sonstige Betriebsinterna auf und legen Sie sie unter Verschluss, sodass nur eine Person Ihres Vertrauens im Notfall darauf zugreifen kann.
  8. Besprechen Sie auch mit Ihrer Familie, was geschehen soll, falls Sie nicht mehr dazu in der Lage sind, notwendige Entscheidungen zu treffen.

Die Notfallplanung ist also eine zwingende Notwendigkeit in jedem Unternehmen und zwar unabhängig von Alter und Gesundheit des Unternehmers, denn Unfall und Krankheit können jeden treffen.

Neben der Notfallplanung gehört auch die Nachfolgeregelung zu einer der wichtigsten Entscheidungen eines Unternehmers.

Ab einem Lebensalter von 50 Jahren fragt nicht nur Ihre (Haus-)Bank danach, wie es weitergehen soll, wenn Sie in den Ruhestand gehen.

Allein in NRW und dem nördlichen Rheinland-Pfalz schließen jährlich 1.500 mittelständische Unternehmen, weil sich kein Nachfolger findet. Besonders wenn keine Kinder vorhanden sind oder diese einen anderen Lebensweg eingeschlagen haben, ist eine frühzeitige und konsequente Planung notwendig.

Vorrangiges Ziel einer Nachfolgeregelung ist der Erhaltung und die Fortführung des Unternehmens.

Außerdem soll die Familie angemessen abgesichert werden. Zudem ist der Finanzbedarf für die Erbschaftssteuer und etwaige Abfindungen zu berücksichtigen.

Auch wenn für jedes Unternehmen individuelle Regelungen zu treffen sind, so gibt es doch einige generelle Punkte, die zu regeln sind:

  • Insbesondere wenn keiner aus der Familie das Unternehmen fortführt, sollte eine Rechtsform gewählt werden, die die Trennung von Kapital und Geschäftsführung ermöglicht. Nichts ist schlimmer für den Fortbestand eines Unternehmens, wenn es aufgrund der Gesellschafter- oder Eigentumsverhältnisse zu lähmenden Blockaden und Stillstand kommt, weil einzelne ihre Interessen gegen die Interessen des Unternehmens durchsetzen wollen.
  • Zudem sollten erbschaftssteuerliche Freibeträge rechtzeitig ausgenutzt werden, denn wer rechtzeitig schenkt, kann die Freibeträge nach 10 Jahren eventuell ein zweites Mal ausnutzen. Daneben sind Regelungen zu Pflichtteilsansprüchen zu beachten. Wer auf Macht und Einkommen nicht verzichten will, kann sich den Nießbrauch vorbehalten. Auch zeichnet sich ab, dass es zu erheblichen Änderungen im Erbschaftsteuerrecht kommt, die zukünftig zu einer höheren Belastung der Erben führen.
  • Testament und Gesellschaftsvertrag müssen aufeinander abgestimmt werden. Daher sollte eine Nachfolgeregelung auch rechtlich und notariell geprüft werden. Dazu kommen die vielen steuerlichen Rahmenbedingungen, die zu beachten sind. Hier ist der Rat eines Steuerberaters zwingend erforderlich.
  • Wenn keiner aus der Familie das Unternehmen übernimmt, muss rechtzeitig ein passender Nachfolger gefunden werden. Doch nicht nur die Suche nach einem geeigneten Nachfolger, der die notwendige Kompetenz und Vertrauen mitbringt, um ihm sein Lebenswerk anzuvertrauen, kann sich als problematisch erweisen, sondern auch die Regelungen zum Kaufvertrag. Zu welchem Preis soll das Unternehmen verkauft werden? Wo findet man den richtigen Kompromiss zwischen einen für den Verkäufer angemessenen Kaufpreis, der auf der anderen Seite den Nachfolger nicht so hoch belastet, dass die Unternehmensfortführung gefährdet ist? Hierzu gibt es eine Vielzahl an Methoden, den Wert ihres Unternehmens zu bestimmen. Im nächsten Schritt ist die Finanzierung des Kaufpreises durch den Nachfolger zu planen.

Bei allen diesen Fragen und Entscheidungen stehen wir und unsere Partner an Ihrer Seite und beraten Sie und Ihren Nachfolger kompetent und sachgerecht, damit Ihr Unternehmen auch nach dem Generationswechsel weiter erfolgreich fortbesteht.

Schließlich planen Sie nur einmal im Leben die Nachfolge, sodass man in der Regel nicht auf langjährige Erfahrungen zurückgreifen kann. Daher

  • prüfen wir mit Ihnen, wie gut Sie und Ihr Unternehmen auf eine Unternehmensnachfolge vorbereitet sind.
  • helfen wir Ihnen, in einem Qualifikationsprofil die Stärken, aber auch die Schwächen des Nachfolgers zu erkennen.
  • unterstützen wir auch Sie als Nachfolger – egal ob familienintern oder -extern – die Potenziale, aber auch die Risiken des Unternehmens zu erkennen.
  • entwickeln wir mit Ihnen ein individuelles Modell für die Übertragung der Führungsverantwortung.
  • unterstützen wir Sie, damit Sie Ihr Vermögen optimal und für Sie maßgeschneidert übertragen können.
  • beraten wir Sie bei der Erstellung Ihres individuellen Notfall-Handbuchs zur Absicherung Ihrer Familie und des Unternehmens.
  • formulieren wir mit Ihnen Ihre Visionen für die Zeit nach der Übernahme inklusive einer Ertrags- und Finanzplanung.
  • helfen wir Ihnen bei der Ermittlung der entscheidenden Anhaltspunkte für den Wert des Unternehmens und damit auch des Kaufpreises.
  • überzeugen Sie als Übernehmer mit unserer Unterstützung und mit einer durchdachten Finanzplanung auch im Gespräch mit Ihrem Kreditinstitut.

Sprechen Sie uns an!

Finanz- und Rentabilitätsplanung

Das beste Mittel, seine Unabhängigkeit zu verlieren, ist das Geld auszugeben, das man nicht besitzt. Kemal Atatürk

Gründe für Unternehmenskrisen gibt es viele! Einer der häufigsten Gründe ist die fehlende Zahlungsfähigkeit bzw. Liquidität. Unter Liquidität versteht man die Fähigkeit eines Unternehmens, alle notwendigen Zahlungen in der vorgesehenen Frist zu leisten. Die Liquidität ist gewahrt, wenn genügend flüssige Mittel (liquide Mittel) für den laufenden Zahlungsverkehr vorhanden sind und zur Erfüllung zukünftiger Zahlungsverpflichtungen ausreichende, fristgerecht realisierbare Vermögenswerte bereitstehen. Ob in einem Unternehmen die Zahlungsfähigkeit gegeben ist, wird durch eine betriebswirtschaftliche Liquiditäts- und Finanzplanung sichergestellt. In einer solchen Planung wird der kurz- und mittelfristige Liquiditätsbedarf ermittelt und geprüft, ob ausreichend Finanzmittel fristgerecht zur Verfügung stehen. Die beste Geschäftsidee oder Marktstellung ist wertlos, wenn das Unternehmen nicht jederzeit alle fälligen Zahlungsverpflichtungen erfüllen kann. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass eine funktionierende Unternehmens- und Liquiditätsplanung eine Voraussetzung für ein gutes Rating ist, gewinnt eine solche Planung auch für kleine und mittelständische Unternehmen an Bedeutung.

Ursachen für Liquiditätsengpässe gibt es viele. Zum Beispiel entsteht durch das Wachstum eines Unternehmens ein größerer Liquiditätsbedarf, sodass ggf. die durch Banken gewährten Kreditlinien neu anzupassen sind. Auch Änderungen in der Zusammensetzung des Produktemix oder der Kundenstruktur können zu längeren Zahlungszielen oder höheren Lagerbeständen führen, die kurzfristig finanziert werden müssen. Eine fundierte Finanz- und Liquiditätsplanung ist gerade in ökonomisch schwierigen Zeiten für ein Unternehmen (über-)lebenswichtig, um frühzeitig zu erkennen, wann Geldmittel fehlen und evtl. eine Zahlungsunfähigkeit droht, damit rechtzeitig der Finanzbedarf gedeckt werden kann.

Übrigens können Liquiditätsengpässe auch in guten und rentablen Unternehmen auftreten, denn gute Renditen bedeuten nicht, dass ein Unternehmen auch zahlungsfähig ist. Die Rentabilität eines Unternehmens gibt zwar Auskunft darüber, wie erfolgreich das Unternehmen mit dem eingesetzten Kapital wirtschaftet. Sie ergibt sich aus dem Verhältnis von Ertrag und Einsatz: Ein bestimmter Betrag wird ins Unternehmen investiert (Einsatz) und wirft (hoffentlich) einen Ertrag ab. Interessant ist nicht primär die Höhe des Ertrags, sondern der prozentuale Anteil des Ertrags am eingesetzten Kapital. Die Umsatzrentabilität zum Beispiel bezeichnet das Verhältnis des Betriebsergebnisses zur Gesamtleistung und ist ein Maßstab für die Gewinnentwicklung des Unternehmens. Sie beantwortet u. a. die Frage, wie viel Gewinn das Unternehmen mit € 100 erwirtschaftet. Ob die Rentabilität gut bzw. ausreichend  ist, hängt von der Branche ab. Allerdings bedeutet eine gute Rentabilität nicht, dass das Unternehmen auch jederzeit zahlungsfähig, also liquide ist. So können zum Beispiel verspätete Zahlungseingänge oder unerwartete Forderungsausfälle zu Engpässen führen, wenn auf der anderen Seite Verpflichtungen gegenüber Lieferanten, Mitarbeiter oder Banken kurzfristig zu erfüllen sind.

Die Finanz- und Liquiditätsplanung sollte in ihrem Umfang und Aufbau an die Unternehmensgröße und die aktuelle wirtschaftliche Situation angepasst sein. Voraussetzung für eine Finanz- und Liquiditätsplanung ist eine Jahres- und Monatsplanung, eine monatliche Finanzplanung und eine Liquiditätsvorschau. Hieraus können auf Ihr Unternehmen zugeschnittene Kennzahlen und -größen ermittelt werden, die Auskunft über Ihre Zahlungsfähigkeit geben. Dies bietet Ihnen unsere bewährte BWA-Analyse, die Sie ja bereits kennen. Wir können Ihnen helfen, Liquiditätsengpässe frühzeitig zu erkennen oder zu vermeiden sowie den auf ihr Unternehmen zugeschnittenen Finanzbedarf zu ermitteln, denn wer sich von einer Krise im eigenen Unternehmen überraschen lässt, kann nur noch reagieren statt zu agieren. Also bewahren Sie sich ihre Entscheidungsfreiräume und sichern Sie den Fortbestand Ihres Unternehmens durch eine angemessene und fundierte Finanz- und Liquiditätsplanung. Wir helfen Ihnen dabei gern.

Wir helfen Ihnen dabei gern.

Basel II und Rating

Eine Information für Firmenkunden.

Die Veröffentlichung dieses Textes erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Sparkasse Minden-Lübbecke.

Was bedeutet eigentlich Basel II?

Basel II ist das gebräuchliche Kürzel für das 2. Konsultationspapier des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht. Dieser Ausschuss setzt sich zusammen aus Vertretern der nationalen Bankenaufsichtsbehörden und Zentralbanken der G10-Länder (dazu gehören u. a. USA, Kanada, Großbritannien, Japan, Deutschland und die Schweiz).

Der Ausschuss erarbeitet Standards, die aber zunächst nur für international tätige Banken aus den G10-Ländern unmittelbare Gültigkeit haben, um Wettbewerbsverzerrungen im internationalen Bankgeschäft zu vermindern.

Die von dem Ausschuss erarbeiteten Regelungen werden jedoch - über den Geltungsbereich der international tätigen Banken hinaus - weitgehend in europäisches und nationales Recht übernommen und sind dann bindend für alle Kreditinstitute der betreffenden Länder. Auf EU-Ebene geschieht dies durch den Erlass von EU-Richtlinien, in Deutschland in der Regel durch Novellen des Kreditwesengesetzes (KWG).

Im Zusammenhang mit Basel II wird oft von einer 3-Säulen-Architektur gesprochen. Dies bedeutet, dass nicht nur über das bekannteste Thema, die Mindesteigenkapitalanforderung für Kreditinstitute, beraten wird, sondern dass darüber hinaus geregelt wird, wie künftig die nationalen Aufsichtsbehörden ihre Prüfungspflichten in Kreditinstituten wahrnehmen. Außerdem wird es Regeln geben, welche internen Kennzahlen, Prozesse und strategischen Größen von Kreditinstituten künftig im Rahmen des Geschäftsberichtes veröffentlicht werden können oder müssen. Dies soll u. a. Anlegern ein Bild über die Solidität und Stabilität des Kreditinstituts, bei dem sie ihr Geld anlegen, geben und der Transparenz des Marktes dienen.

Was sind Mindesteigenkapitalanforderungen an Kreditinstitute und was ändert sich durch Basel II ?

Bisher müssen Kreditinstitute ihre Risikopositionen im Kreditgeschäft mit 8 % Eigenkapital „unterlegen“, d. h. für das Verlustrisiko aus dem Kreditgeschäft wird im Verhältnis zu den Gesamtausleihungen Eigenkapital in Höhe von 8% aufsichtsrechtlich gebunden. Durch Prüfung und regelmäßige Meldungen stellt das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen sicher, dass das Eigenkapital der Kreditinstitute zur Unterlegung der ausgereichten Kredite ausreicht. Diese 8%-Regelung berücksichtigt jedoch nicht die Risikostruktur innerhalb der Gesamtausleihungen. Die nebenstehende Grafik, bei der die Rating-Klassifizierung von Standard und Poors benutzt wird, verdeutlicht, dass die geltende 8%-Regel für die Kapitalunterlegung risikoarmer Darlehen (an gut geratete Kunden) viel zu hoch ist, während andererseits die 8 % zur Unterlegung risikoreicher Kredite (an schlecht geratete Kunden) nicht ausreichen.

Ziel von Basel II ist es, die Mindestkapital-Regeln stärker an das Risikoprofil des betreffenden Kreditinstitutes anzupassen. Dazu muss man jedoch den Risikogehalt der einzelnen Kreditgeschäfte bestimmen. Diese Einzelrisiko- Messung erfolgt u. a. durch Rating und darauf aufsetzende Rechensysteme. Während die Regelungen von Basel II voraussichtlich erst im Jahre 2006 für international tätige Banken greifen, wird die Umsetzung in deutsches Bankenaufsichtsrecht schon früher geschehen. Die vom Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen (BAKred) formulierten Mindestanforderungen für das Betreiben von Kreditgeschäften (MaK) liegen bereits im ersten Entwurf vor und nehmen in weiten Teilen Bezug auf die in Basel diskutierten Regelungen.

Rating-Verfahren werden eingesetzt, um Aussagen über die zukünftige Fähigkeit von Unternehmen machen zu können, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Über die (vergangenheitsorientierte) Bilanzanalyse hinaus werden Merkmale, die für die zukünftige wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Unternehmens bedeutsam sind, einbezogen. Die Informationen, die in einem Rating verarbeitet werden, sind also zum einen quantitativer Natur (Unternehmenszahlen), zum anderen qualitative Aussagen z. B. zu Märkten, Wettbewerbsstruktur, Organisation, Unternehmensabläufen, Planung / Steuerung oder Unternehmensführung.

Das Rating-Instrument selbst ist ein mathematisch-statistisches Modell, in dem einzelne Unternehmensmerkmale, die einzeln oder in ihrer Summe als ausfallrelevant identifiziert wurden, zu einer Rating-Note verdichtet werden. Diese Rating-Note ist verknüpft mit einer Wahrscheinlichkeit, dass das Unternehmen in Zukunft insolvent wird und somit seine finanziellen Verpflichtungen nicht mehr erfüllen kann.

Rating-Verfahren sind also auf Methoden der Wahrscheinlichkeitsrechnung aufgebaut. Dabei wird die Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmtes Phänomen oder eine Kombination von Phänomenen zur Unternehmensinsolvenz führt, aus Vergangenheitsdaten ermittelt bzw. abgeleitet. Dies erfordert aufwändige statistische Schätz- und Prüfverfahren, um dem Rating die bestmögliche Aussagekraft zu verleihen.

Die Grafik verdeutlicht den Zusammenhang zwischen der Rating-Note und der statistischen Wahrscheinlichkeit einer Insolvenz über mehrere Jahre. So liegt die Wahrscheinlichkeit für ein mit B3 geratetes Unternehmen, im nächsten Jahr insolvent zu werden, bei etwa 13 %; allerdings beträgt die Wahrscheinlichkeit einer Insolvenz innerhalb der nächsten 10 Jahre bereits 70 %.

Wird Rating die Finanzierung des deutschen Mittelstands generell verteuern?

In Presseveröffentlichungen von Wirtschaftsverbänden wird oft die Befürchtung geäußert, die Finanzierungsbedingungen mittelständischer Firmen würden durch die Einführung von Rating bei Banken und Sparkassen stark beeinträchtigt.

Diese pauschale Einschätzung ist unzutreffend. Viele gut geführte mittelständische Unternehmen werden von der Einführung des Rating profitieren, da die Rating-Ergebnisse besprochen werden. Das Rating-Gespräch mit der Sparkasse oder Bank kann ein wertvolles Hilfsmittel für den Unternehmer werden, eigene Stärken zu erkennen und auszubauen oder Schwachstellen im Unternehmen zu identifizieren und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Unternehmen mit geringer Eigenkapitaldecke, schwacher Ertragslage und / oder angespannter Liquidität werden jedoch mit höheren Finanzierungskosten konfrontiert sein. Solche Unternehmen sind erheblich stärker insolvenzgefährdet als andere und werden deshalb zukünftig höhere Risikoprämien bezahlen. Eine risikogerechte Bepreisung des einzelnen Kreditgeschäftes wird in den MaK des BAKred ausdrücklich gefordert.

Die Konditionspolitik von Sparkassen und Banken wird sich künftig noch stärker als bisher an dem Risikogehalt des Einzelgeschäftes ausrichten. Dabei spielt jedoch nicht die Rating-Note allein eine Rolle, sondern auch die Besicherung des Kredits und - allerdings in erheblich geringerem Maße - die Laufzeit und die Tilgungsmodalität. Man kann also z. B. ein “schwächeres” Rating durch eine bessere Besicherung kompensieren.

Es ist zutreffend, dass die sog. Konditions-Spreizung (Unterschied des Zinssatzes für dasselbe Finanzierungsprodukt bei risikoarmen und risikoreichen Geschäften) zunehmen wird. Dieser Effekt wird jedoch geringer sein als die normale Marktschwankung von Zinssätzen über mehrere Jahre. Die befürchtete generelle Verteuerung des mittelständischen Kreditgeschäfts wird nicht eintreten.

Die bisher schon praktizierte Analyse der Jahresabschlüsse von Unternehmen nimmt im DSGV-Rating der s-Finanzgruppe ein Gewicht von 50 % ein. Bei der Jahresabschluss-Analyse sind Eigenkapital-Ausstattung und Ertragslage schon immer von wesentlicher Bedeutung gewesen. Dies ist im Rating nicht anders.

Sehr wichtig ist bei den zukunftsorientierten Unternehmensmerkmalen der Bereich Liquidität. Aus einzelnen Positionen des Jahresabschlusses und Daten der Kontoführung bei der Sparkasse (insbesondere Kontoüberziehungen) wird abgeleitet, ob die Liquidität eines Unternehmens gut oder angespannt ist und wie sie sich im Zeitverlauf entwickelt. Die Entwicklung der Liquidität erlaubt eine recht präzise Prognose der zukünftigen Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens und hat daher im Rating ein hohes Gewicht.

Neben Jahresabschluss-Analyse und Liquiditätsentwicklung werden die sogenannten qualitativen Unternehmensmerkmale herangezogen. Dabei handelt es sich um Merkmale, die eine Aussage darüber ermöglichen, wie planmäßig und kaufmännisch sorgfältig ein Unternehmen seine Geschäfte betreibt, wie gut ausgebildet und erfahren das Management ist und wie das Unternehmen in seinem Markt steht.

Bei kleineren Unternehmen werden nur die sog. “harten” qualitativen Faktoren geprüft. Hier geht es auch darum, ob z. B. das Unternehmen ein funktionierendes Mahnwesen für offene Forderungen hat oder ob Instrumente zur vorausschauenden Liquiditätsplanung vorhanden sind.

Die Grafik beschreibt schematisch die Gewichtung von Informationen im Rating für Gewerbekunden. Bei Analysen von Insolvenzen kleinerer Unternehmen sind alle diese Kriterien als sehr wichtig identifiziert worden.

Wie verändern sich diese Kriterien bei größeren Unternehmen?

Beim Rating von Firmenkunden (Umsatzgrößen ab 2,5 Mio. EURO) gibt es innerhalb des Bilanzratings gleitende Übergänge bei der Gewichtung von Kennzahlen. Ist bei kleineren Firmen z. B. die Kreditorenlaufzeit noch eine wichtige Kennzahl, verliert sie mit zunehmender Firmengröße an Gewicht. Lagerdauer und Lagerkennzahl werden hingegen mit zunehmender Firmengröße wichtiger.


Bei den qualitativen Merkmalen kommt ab einer Umsatzgröße von 20 Mio. EURO ein umfangreicherer Fragenkatalog zum Einsatz. Die Bereiche Unternehmensführung, Planung und Steuerung, Markt und Produkt sowie Wertschöpfungskette werden in 16 Merkmale untergliedert, die anhand von 49 Einzelaussagen beschrieben werden.

Da bei Unternehmen dieser Größe z. B. Planungs- und Steuerungsinstrumente zum Standard gehören, wird nicht das Vorhandensein, sondern Funktionsweise und Nutzung bei unternehmerischen Entscheidungen bewertet.

Wie können sich Unternehmen auf Rating vorbereiten?

Die wichtigsten Punkte, mit denen ein kleines oder mittelgroßes Unternehmen sein Rating-Ergebnis positiv beeinflussen kann, können wie folgt aufgezählt werden:

Eigenkapitalstärkung und Ergebnisverbesserung

Liquiditätsplanung und vereinbarungsgemäße Kontoführung

Einführung bzw. Optimierung betriebswirtschaftlicher Instrumente im Unternehmen (z. B. Planungsinstrumente, Debitorenbuchhaltung).

Aktive Kommunikation mit der Sparkasse oder Bank

Bei großen Unternehmen mit komplexeren Organisationsstrukturen ist die Vorbereitung auf Rating eine umfassende Aufgabe und bekommt den Charakter eines Projekts. Einige Unternehmensgesellschaften haben bereits sog. Pre-Rating-Analysen im Angebot, mit denen entsprechende Handlungsempfehlungen formuliert werden können.

Die Eigenkapital- und Ertragskennzahlen des Unternehmens sind wichtige Größen im Bilanzrating. Mit einer stärkeren Eigenkapitaldecke und einer nachhaltigen Ergebnis- Verbesserung wird ein Unternehmen weniger anfällig und sein Rating wird besser.

Planmäßiges, strukturiertes Handeln ist ein Erfolgsfaktor für Unternehmen. Dabei ist die Tatsache, dass Umsatz, Ergebnis und Liquidität geplant wird, wichtiger als die Art, wie dieses erfolgt. Es ist jedem Unternehmer überlassen, “seine” Methode zu nutzen.

Kleinere Unternehmen geraten schnell in Schwierigkeiten, wenn Zahlungen nicht oder nicht pünktlich eingehen. Daher ist es unverzichtbar, die Außenstände eng zu überwachen und ein funktionierendes Mahnwesen zu haben. Ein gutes Debitoren- Management verbessert nicht nur das Rating, sondern den Erfolg des Unternehmens.

Durch engere Kommunikation mit der Sparkasse oder Bank und aktive Information über Unternehmensentwicklungen wird Verständnis und Vertrauen gebildet und die Häufigkeit von ungenehmigten Kontoüberziehungen sinkt. Dies wirkt sich in der Rating-Note positiv aus.

Was kann ein Unternehmen mit „seinem“ Rating anfangen?

In Folge einer recht emotional geführten Diskussion in der Wirtschaftspresse sehen viele Unternehmer zunächst die Auswirkung von Rating auf die Finanzierungskondition. Diese enge Sichtweise wird dem Rating nicht gerecht, denn Unternehmer können mit Rating im wahrsten Sinne des Wortes etwas „anfangen“.

Rating wird eine wichtige Feedback-Funktion für Unternehmer haben. Viel genauer als zur Zeit wird der Unternehmer wissen, wie seine Sparkasse oder Bank sein Unternehmen einschätzt, welche Handlungsfelder als gut abgedeckt angesehen werden und wo es noch Verbesserungsbedarf gibt.

Bei einem Rating, das nicht so gut ausfällt, sind die Konsequenzen für das Unternehmen zunächst nicht angenehm, jedoch wird hier dem Unternehmen auf zunächst wenig “schmerzhafte” Weise sein Handlungsbedarf verdeutlicht. Über das Rating- Gespräch kann das Unternehmen also am “Frühwarnsystem” der Sparkasse partizipieren.

Rating wird Handlungen auslösen. Vordergründiges Ziel wird sein, das Rating zu verbessern, aber gleichzeitig werden durch die Handlungen auch die unternehmerischen Prozesse optimiert und die langfristige Perspektive des Unternehmens wird besser. Über diese handlungsauslösende Wirkung wird Rating einen wichtigen Beitrag leisten, die Stabilität von Unternehmen zu verbessern.

Aber Rating kann noch mehr. In Zukunft wird es sich zu einem allgemein akzeptierten Qualitätsmerkmal für Unternehmen entwickeln. Dies hat sowohl Marketing-Aspekte als auch konkrete Vorteile bei dem Aufbau oder der Optimierung eigener Risikoerkennungs-Systeme in Unternehmen.

  • Unternehmen mit guten Ratings werden von ihren Lieferanten gute Lieferkonditionen erhalten, da das Zahlungsrisiko gering ist.
  • Die Risikoüberwachung in Unternehmen gegenüber Firmenkunden wird sich an deren Rating ausrichten, da die Note alle ausfallrelevanten Daten des Unternehmens verdichtet.
  • Die Rating-Note wird als objektives Qualitätsmerkmal eines Unternehmens zum Akquisitionsund Kundenbindungs-Instrument.

Rating wird also für Unternehmen Innenwirkung haben als strategischer Input für die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens, aber auch erhebliche Außenwirkung im Verhältnis des Unternehmens zu seinen Kunden und Geschäftspartnern. Damit wird die Rating-Note zu einer wichtigen Zielgröße für Unternehmen.

Thesen

Rating wird die gewachsenen Beziehungen zwischen Unternehmen und Sparkassen nicht belasten. Im Gegenteil werden sie auf eine neue qualitative Grundlage gestellt und dauerhaft intensiviert.

Rating wird die Position des für die deutsche Wirtschaft so wichtigen Mittelstandes nicht schwächen. Vielmehr wird Rating durch seine handlungsauslösende Wirkung den Mittelstand stärken und dessen Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig verbessern.

Eine zukünftig stärker versachlichte Diskussion über Rating wird die positiven, stabilitätsfördernden Aspekte aufgreifen und den zukunftsgerichteten Nutzen dieses Instruments angemessen würdigen.

Gute Ratings sind das Ziel. Stabile, erfolgreiche Unternehmen sind die Wirkung.

Quelle: Sparkasse Minden-Lübbecke

Mezzanine-Kapital für den Mittelstand

Immer häufiger stehen mittelständische und kleine Unternehmen vor Aufgaben und notwendigen Investitionen, die sie nicht mehr über klassische Bankdarlehen finanzieren können. Grund hierfür ist oft eine zu geringe Eigenkapitalausstattung der Unternehmen, die im Rahmen der Bonitätseinschätzung durch die bankinternen Ratingverfahren zu einer negativen Beurteilung führen. Bei einer solchen Bilanzstruktur mit zu geringem oder gar einem negativen Eigenkapital ist den Banken das Risiko einer Vollfinanzierung notwendiger Investitionen häufig zu hoch. Hier werden dann Eigenmittel oder eigenkapitalähnliche Mittel benötigt. Jedoch sind die Eigentümer nicht immer in der Lage, dem Unternehmen neue Eigenmittel zuzuführen. Auch die Aufnahme neuer Gesellschafter ist in der Regel nicht gewünscht, da hieraus weitgehende Mitspracherechte entstehen und die Entscheidungsfreiheit des Unternehmers erheblich eingeschränkt wird.

Eine Lösung ist das Mezzanine-Kapital, dass eine Mischform zwischen Eigen- und Fremdkapital darstellt. Diese Finanzierungsart kann damit die Lücke zwischen (Bank-) Krediten und "echtem“ Eigenkapital schließen und bietet zahlreiche Vorteile:

  • Verbesserung der Bilanzstruktur
  • Keine Einengung des bisherigen Kreditspielraumes
  • In der Regel keine Stellung zusätzlicher Sicherheiten
  • Keine Verwässerung der Eigentumsverhältnisse bzw. der Anteilsstruktur der Altgesellschafter
  • Große Flexibilität in der Ausgestaltung.

Typische Beispiele für Mezzanine-Kapital sind die stille Gesellschaft, das Nachrangdarlehen und das Genussrecht. Beim Nachrangdarlehen handelt es sich um einen Kredit, der mit einer Rangrücktrittsvereinbarung gekoppelt ist. Ein Rangrücktritt bedeutet, dass im Fall einer Insolvenz oder Liquidation der Rückzahlungsanspruch erst dann geltend gemacht werden kann, wenn alle anderen Gläubiger befriedigt wurden. Zudem können die Zins- und Tilgungsvereinbarungen auch Gewinnbeteiligungen enthalten. Bei einem Genussrecht wird ein schuldrechtlicher Anspruch auf eine Gewinnbeteiligung gegenüber der Gesellschaft begründet und vermittelt damit Vermögensrechte, die denen eines Gesellschafters angenähert oder gleichgestellt sein können. Es vermittelt zwar keine Mitgliedschaftsrechte, die Einräumung mitgliedschaftsähnlicher Verwaltungsrechte ist jedoch möglich. Mit einer stillen Gesellschaft wird eine (Personen-)Innengesellschaft gegründet, deren Rahmenbedingungen in den §§ 230 ff. HGB gesetzlich definiert sind. Die Vermögenseinlage des Gesellschafters geht in das Vermögen des Geschäftsinhabers über. Dafür ist der stille Gesellschafter an den Gewinnen des Unternehmens beteiligt. Eine Verlustbeteiligung kann ganz oder teilweise ausgeschlossen werden. Da es sich hier um eine reine Innengesellschaft handelt, entsteht kein Gesamthandvermögen. Damit hat die stille Beteiligung eher einen schuldrechtlichen als einen mitgliedschaftsrechtlichen Charakter.

Für mittelgroße und kleine Unternehmen sind insbesondere die stille Beteiligung und die nachrangigen Darlehen interessant, da hier der Aufwand überschaubar ist und diese Formen auch für kleinere Finanzierungen geeignet sind.

Damit Mezzanine-Kapital in der Bilanz auch als eigenkapitalersetzende Mittel berücksichtigt werden können, sind nach den Stellungnahmen des Haupt-Fachausschusses des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V. (kurz: IDW) folgende Voraussetzungen kumulativ, d. h. vollständig zu erfüllen:

  • Nachrangigkeit des überlassenen Kapitals,
  • Längerfristige Überlassung des Kapitals,
  • Erfolgsabhängigkeit der Vergütung und
  • Verlustbeteiligung des Kapitalgebers.

Diese Voraussetzungen werden nicht von allen Formen der Mezzanine-Finanzierungen erfüllt, sodass häufig weiterhin ein Ausweis als Fremdkapital erfolgt oder gegebenenfalls auch zwischen Eigen- und Fremdkapital. Doch ist die Erfüllung dieser handelsrechtlichen Eigenkapitalqualifikationen nicht zwingend erforderlich, damit das Mezzanine-Kapital zum Beispiel im Rahmen der Bonitätsbeurteilungen von Banken berücksichtigt wird. In der Regel berechnen die Banken ein sogenanntes wirtschaftliches Eigenkapital, welches dann später in der Berechnung von Kennzahlen wie beispielsweise die Eigenkapitalquote und vor allem im Rating berücksichtigt wird. Hierfür reichen in der Regel der Rangrücktritt und die längerfristige Kapitalüberlassung aus. Längerfristig bedeutet eine Vertragslaufzeit von mehr als 5 Jahren und eine aktuelle Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Sind diese Bedingungen erfüllt, werden diese Mittel bei der Berechnung der Eigenkapitalquote berücksichtigt und können somit das Rating verbessern.

Bei der Gründung einer stillen Gesellschaft sollte unbedingt ein Steuerberater hinzugezogen werden, denn die Art der Versteuerung der Erträge aus der stillen Beteiligung beim stillen Gesellschafter sowie der Ausweis der Aufwendungen beim Unternehmen hängen von der Vertragsgestaltung ab. Letztlich geht es um die Frage, ob die Einlage des stillen Gesellschafters eher dem Eigenkapital oder doch mehr dem Fremdkapital zuzuordnen ist. Handelt es sich im steuerlichen Sinn um eine atypische stille Gesellschaft, d. h. der stille Gesellschafter nimmt nicht nur an den laufenden Gewinnen, sondern auch an den Verlusten teil und ist im Fall der Liquidation der Gesellschaft anteilig an der Wertsteigung des Betriebsvermögens beteiligt, so handelt es sich hier um Erträge aus der Mitunternehmerschaft. Diese sind dann meistens als Einkünfte aus Gewerbebetrieb zu versteuern, während die Aufwendungen nicht abzugsfähig sind. Bei einer typischen stillen Gesellschaft hingegen werden die Erträge in der Regel als solche aus Kapitalvermögen versteuert. Aber auch auf die juristischen Auswirkungen ist zu achten. Daher sollte der Vertrag im Zweifel von einem Rechtsanwalt aufgesetzt werden. Es hängt vom Einzelfall ab, welche Gestaltungsform die sinnvollere ist. Wir und unsere Partner stehen Ihnen hier gern beratend zur Seite.

Finanzierungsanlässe für stille Beteiligungen und nachrangige Darlehen können neben dem externen Unternehmenswachstum (z. B. erhebliche Erweiterungsinvestitionen) auch Regelungen im Rahmen der Unternehmensnachfolge sein. So ist denkbar, dass der ausscheidende Altgesellschafter dem Nachfolger Finanzmittel in Form von nachrangigen Darlehen zur Verfügung stellt oder als stiller Gesellschafter weiterhin Einfluss auf das Unternehmen nimmt. Auch in Sanierungsfällen und hier gerade bei der drohenden Überschuldung von Kapitalgesellschaften kann Mezzanine-Kapital eine Insolvenz abwenden. Kreditgeber können neben den Gesellschaftern auch ihnen nahe stehende Personen oder Lieferanten sein. Auch Beteiligungsgesellschaften und Banken bieten nachrangige Darlehen und stille Beteiligungen an zum Beispiel im Rahmen von Sanierungsvereinbarungen oder von Förderprogrammen für den Mittelstand. Da es sich hier jedoch um Risikokapital handelt, ist Mezzanine-Kapital nicht zu "normalen“ Bankkonditionen erhältlich. Grundsätzlich gilt, je höher das Risiko für den Darlehensgeber, desto höher ist auch die Verzinsung. Aufgrund der großen Flexibilität bei der Ausgestaltung des Mezzanine-Kapitals sind viele Varianten denkbar.

Auch hier können wir Sie zusammen mit unseren Partnern unterstützen. Sprechen Sie uns an! 

Rating

Wichtige Informationen zum Rating der Banken und zur Vorbereitung auf das Kreditgespräch mit der Hausbank.

Es ist nicht genug, zu wissen - man muss es auch anwenden; es ist nicht genug, zu wollen - man muss es auch tun. Goethe

Verbesserung Ihrer Bankbeziehung

Sehr geehrte Damen und Herren,

heute erhalten Sie von uns wichtige Informationen zum Rating der Banken. Wir möchten Sie auf das Kreditgespräch mit Ihrer Hausbank vorbereiten und Ihnen Tipps geben, wie Sie dazu beitragen können, Ihr Rating in Zukunft zu verbessern.

Über die von den Banken eingesetzten Rating-Verfahren sollen Aussagen über die zukünftige Fähigkeit der Unternehmen, ihren finanziellen Verpflichtungen nachkommen zu können, getroffen werden. Dazu werden aus der (vergangenheitsorientierten) Bilanzanalyse Merkmale ermittelt, die für die zukünftige wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von Bedeutung sind. Zu diesen quantitativen Unternehmenszahlen kommen andere qualitative Aussagen zum Beispiel zur Unternehmensführung, zu den Märkten, zum Wettbewerb, zur Qualität des Rechnungswesens und zur Planung und Steuerung. Beim Rating selber handelt es um ein mathematisch-statistisches Verfahren, mit dem nun die einzelnen Unternehmensmerkmale darauf hin untersucht werden, ob und mit welcher Wahrscheinlichkeit dieses Unternehmen ausfallen kann. Die Rating-Note gibt also die (rechnerische) Wahrscheinlichkeit wieder, mit der das Unternehmen in Zukunft insolvent werden kann.

Diese Rating-Note hat Einfluss darauf, ob und zu welchen Konditionen einem Unternehmen eine Kontokorrentlinie eingeräumt oder ein Darlehen gewährt wird. Während sich ein gutes Rating positiv auf die Kreditkosten auswirkt, müssen Unternehmen mit geringer Eigenkapitaldecke, schwacher Ertragslage und/oder angespannter Liquidität befürchten, dass sich die Kreditkosten verteuern z. B. durch einen höheren Kontokorrentzinssatz oder sogar Darlehen abgelehnt und Kontokorrentlinien nicht verlängert werden. Daher ist eine gute Vorbereitung auf das Rating wichtig für Ihr Unternehmen.

Die Merkmale aus der Bilanzauswertung haben bei kleinen Unternehmen (< 2,5 Mio. Nettoumsatz) ein Gewicht von ca. 50 % im Rating. Insbesondere die Eigenkapitalquote, die kurzfristige Verschuldung und die Kreditorenlaufzeit (Ø Tage bis zur Bezahlung der Lieferantenverbindlichkeiten) sind hier wichtig. Sorgen Sie daher für eine ausreichende Eigenkapitalbasis Ihres Unternehmens sowie für eine fristgerechte Finanzierung, d. h. finanzieren Sie das Anlagevermögen langfristig und das Umlaufvermögen kurzfristig. Sollten Sie Ihren Lieferantenverbindlichkeiten zum Beispiel in Folge einer Umsatzausweitung oder eines Großauftrages nicht fristgerecht nachkommen können, sprechen Sie rechtzeitig mit Ihrer Bank über eine (kurzfristige) Ausweitung des Kreditrahmens. Vermeiden Sie auf jeden Fall nicht mit der Bank abgesprochene Überziehungen des bewilligten Kreditrahmens. Die Kontoführung ist nämlich ein weiteres Merkmal, welches für die Bestimmung der Rating-Note herangezogen wird. Längere ununterbrochene Überziehungen können daher ein K.o.-Merkmal sein.

Neben den Bilanzzahlen und der Kontoführung gibt es weitere sogenannte "harte qualitative“ Faktoren. Dazu gehören

  • die Rechtsform des Unternehmens,
  • das Alter des Unternehmens,
  • der Familienstand und das Alter des Unternehmers,
  • die Erfahrung/Ausbildung des Unternehmers,
  • die Nachfolgeregelung bei älteren Unternehmern (älter als 50 Jahre) und
  • die Dauer der Geschäftsverbindung zur Hausbank.

Diese Faktoren sind in der Regel nicht mehr beeinflussbar, d. h. es handelt sich hier um harte Fakten. Wichtig ist hier eine offene Kommunikation mit Ihrer Bank, damit diese die benötigten Informationen erhält und Ihr Unternehmen richtig beurteilen kann.

Zwei weitere Merkmale sind die Qualität der Debitorenbuchhaltung und der Planungsinstrumente. Hier geht es darum, ob es ein funktionierendes Mahnwesen für offene Forderungen gibt oder ob eine vorausschauende Liquiditätsplanung im Unternehmen gibt. Dazu kann die Vorlage einer zeitnahen und aussagefähigen BWA (betriebswirtschaftlichen Auswertung) einschließlich Summen- und Saldenliste sowie einer OPOS-Liste (Offene-Posten-Liste) hilfreich sein, damit der Kundenbetreuer Ihrer Bank diese Merkmale richtig beurteilen kann. Insbesondere die von uns für Sie erstellten monatlichen Auswertungen und Analysen Ihrer BWA einschließlich der Hochrechnung können die Bank davon überzeugen, dass Sie über ein aussagefähiges Rechnungswesen und leistungsstarke Planungsinstrumente verfügen.

Im Lebenszyklus eines Unternehmens kann es auch immer wieder zu Krisen kommen. Dabei kann die offene Kommunikation auch von negativen Entwicklungen dazu betragen, das Vertrauen der Bank zu Ihrem Unternehmen zu stärken. Grundsätzlich gilt: Je schwieriger die Lage des Unternehmens, desto enger der Kontakt mit der Bank. Denn nur wer die Risiken kennt, kann sich entscheiden, sie mittragen zu wollen. Dazu gehört auch, Bilanzen und BWAs zeitnah und unaufgefordert der Bank vorzulegen – übrigens auch dann, wenn die Geschäftsentwicklung (wieder) positiv verläuft.

Bei einer Unternehmenskrise kommt den Planzahlen für die Zukunft eine besondere Bedeutung zu. Ihre Bank erwartet, dass diese plausibel und nachprüfbar sind. Dazu gehören Fragen, wie diese Ziele z. B. Umsatzausweitung und/oder Kostensenkung erreicht werden sollen oder auf welchen Grundlagen die Kalkulationen erstellt worden sind. Hier stehen wir Ihnen zur Seite, stellen Ihnen unsere betriebswirtschaftlichen Auswertungen und Planungen abgestimmt auf Ihr Unternehmen zur Verfügung und bereiten Sie gern auf das (Rating-)Gespräch mit Ihrer Bank vor. Auch können wir Ihnen helfen, zukünftige Bankratings in Ihrem Sinne positiv zu beeinflussen. Sprechen Sie uns an – unsere Leistungsfähigkeit wird Sie überzeugen.

Die Zinsabrechnungen der Banken

Die Höhe der Kontokorrentzinsen sollte zwischen Banken und Kunden stets ein wichtiges Thema sein. Doch nur selten hinterfragen Kunden die Höhe der Kontokorrentzinsen. Zum einen ist für viele Unternehmer und Handwerker eine Kreditlinie absolut betriebsnotwendig, zum anderen ist die Berechnung oft ohne Spezialwissen nur schwer nachvollziehbar.

Die meisten Unternehmer vertrauen ihrer Bank und scheuen den offenen Konflikt. Tatsache ist jedoch, dass die Bank variable Zinsen stets zeitnah an die Zinsentwicklung anzupassen hat und zwar nicht nur nach oben, sondern auch nach unten.

Zinssenkungen werden jedoch gern erst zeitverzögert, nur teilweise oder gar nicht weitergegeben. Auch die Höhe der Kreditlimits ist kritisch zu bewerten, denn Banken senken oder streichen Kreditlimits – mitunter ohne es dem Kunden mitzuteilen – und kassieren unberechtigt berechnete Überziehungszinsen. Oder es werden Kombiprodukte verkauft, z. B. Darlehen mit Tilgungsaussetzung gegen Ansparung von Bausparverträgen oder Lebensversicherungen, die dann aber in der Summe deutlich teurer sind.

Doch diesen Fehlberechnungen auf die Spur zu kommen ist oft nicht einfach. Vielfach werden fehlerhafte Berechnungen erst bei drohender Insolvenz festgestellt. Wenn der Unternehmer dann Verdacht schöpft, ist es sinnvoll, ein Gutachten in Auftrag zu geben. Die Gutachter überprüfen die Abrechnungen und erstellen ein Gutachten oft mit Erstattungsansprüchen im fünfstelligen Bereich.

Aber auch wenn gerade bei Handwerksbetrieben in zwei von drei Fällen Fehler festgestellt werden, so geht der Weg zur Durchsetzung der Ansprüche oft über die Gerichte. Und das ist ein Weg, den viele Unternehmer scheuen, weil sie Nachteile und Risiken befürchten. Dabei sind die Erfolgsaussichten mit einem entsprechenden Gutachten regelmäßig gut.

Der Journalist Olaf Kumpfert hat für sein Buch "Zinsklau" bei diversen Experten recherchiert und 171 Gutachten gelesen. Daraus zieht er das Fazit, dass die Fehler in den Zinsberechnungen keine Einzelfälle sind, sondern systematisch und mit Vorsatz betrieben werden.

Gründe hierfür u. a. sind interne Bewertungs- und Entlohnungssysteme, die Bankmitarbeiter im Umsatz und Vertrieb noch erfolgreicher machen sollen, auch wenn die Grenzen der Legalität dabei ziemlich strapaziert werden.

Hier sind also kritische Kunden gefragt, um die Praxis zu ändern. 

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